Forschungen am Wissenschaftlichen Geflügelhof


Untersuchung zur Sichtfreiheit bei haubentragenden Haushühnern in Zusammenhang mit der Ausbildung einer Schädelprotuberanz am Beispiel der Rasse Zwerg-Paduaner


27.10.2020

Veröffentlichung in der Geflügelzeitung

 

 

Mit freundlicher Genehmigung der Geflügelzeitung finden Sie nebenstehend den Artikel von Dr. Mareike Fellmin zur Untersuchung der Sichtfreiheit bei Haubenhühnern am Beispiel der Zwerg-Paduaner.

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Untersuchung zur Sichtfreiheit bei Haubenhühnern am Beispiel der Zwerg-Paduaner
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29.06.2020

Erste Phase der Forschung abgeschlossen

 

Die erste Phase des Forschungsprojekts am Institut für Tierschutz und Tierhaltung des Friedrich-Loeffler- Institut (FLI) in Celle ist abgeschlossen und die gesammelten Daten werden nunmehr ausgewertet.

Für die zweite Phase werden die Tiere nun am wissenschaftlichen Geflügelhof des BDRG (WGH) aufgestallt.

Norbert Niemeyer und Günter Droste reisten am 28.06.2020 nach Rommerskirchen um zusammen mit Dr. Mareike Fellmin und Lisa Erner die Tiergruppen für die Verhaltensexperimente zusammen zustellen.

Abschließend daran werden dann in der dritten Phase die Gehirnuntersuchungen vorgenommen.

Die Auswahl der Tiere war spannend. Es sollten zum einen rassetypische Tiere für die Forschung verwandt werden und gleichzeitig aber auch die Ergebnisse der Röntgenuntersuchungen des FLI in die Auswahl der Tiere mit einfließen.

Eine Aufgabe die allen Beteiligten sichtlich Spaß gemacht hat.


11.04.2020

Untersuchung zur Sichtfreiheit bei haubentragenden Haushühnern in Zusammenhang mit der Ausbildung einer Schädelprotuberanz am Beispiel der Rasse Zwerg-Paduaner

 

Zeitraum: Sommer 2020 bis voraussichtlich Herbst 2020, Bearbeitung im Rahmen einer Bachelorarbeit durch Lisa Erner

In den letzten Jahren ist unter Züchtern vermehrt festgestellt worden, dass Zwerg-Paduanerküken die mit einer rassetypischen Schädelprotuberanz, einer halbkugelförmigen Schädelerhöhung, schlüpfen, dieses Merkmal innerhalb der ersten zehn Lebenswochen wieder verlieren können. Das Problem hierbei ist, dass eine ordentlich ausgeprägte Schädelprotuberanz benötigt wird, um eine genügende Sichtfreiheit zu gewährleisten. Durch eine zu kleine oder große Protuberanz fällt die Federhaube über die Augen, wodurch es zu Schwierigkeiten mit der Sichtfreiheit kommen kann.

 

Daraus ergeben sich zwei verschiedene Fragestellungen. Zum einen: Findet wirklich eine Rückbildung statt? Und wenn ja, lassen sich die Ursachen hierfür erkennen? Zum anderen: Nimmt die Ausprägung der Schädelprotuberanz einen Einfluss auf die Sichtfreiheit?

Diesen Fragestellungen geht der Wissenschaftliche Geflügelhof des BDRG (WGH) zusammen mit dem Institut für Tierschutz und Tierhaltung des FriedrichLoeffler- Institut (FLI) in Celle mit dem Team um Frau Dr. Stefanie Petow nach.

 Für das Projekt wurden 197 Zwerg-Paduaner Bruteier von vier verschiedenen Züchtern im FLI in die dortigen Brutmaschinen eingelegt. Mitte März 2020 schlüpften daraus 129 Küken. Diese Küken wurden individuell markiert und bis zur 14. Lebenswoche einmal wöchentlich geröntgt und die Protuberanz vermessen. 

Zusätzlich wird die Entwicklung der Tiere fotodokumentiert. Darüber hinaus wird ein Teil der Tiere hirnpathologisch untersucht. Dies ist in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Julia Mehlhorn, AG Netzwerkanatomie des Gehirns, Institut für Anatomie I der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, möglich.

Im Anschluss an die 14-wöchigen Beobachtungszeit im FLI wird ein Teil der Tiere zum WGH gebracht. Hier sollen die Tiere im Rahmen von Verhaltensexperimenten hinsichtlich ihrer Sichtfreiheit untersucht werden. Dabei soll ein Futterexperiment entwickelt werden, da durch das Picken nach einzelnen Körnern ein Rückschluss auf die Sichtfreiheit gezogen werden kann. Zusätzlich soll ein Experiment zur Orientierung in einer ungewohnten Umgebung, z.B. einem Labyrinth geplant werden. Abgerundet wird das ganze durch Beobachtungen des Sozialverhaltens der Hühner untereinander. Hühner haben eine strikte Hackordnung, die das Erkennen einzelner Gruppenmitglieder voraussetzt. Für dieses Erkennen ist eine ausreichende Sichtfreiheit essentiell. Die Experimente werden einmal mit den Tieren mit Federhaube durchgeführt und ein weiteres Mal, nachdem die Federn der Haube weggeschnitten wurden. Hieraus kann ein direkter Vergleich zwischen der Sichtfreiheit mit und ohne Federhaube und den Ergebnissen aus den Verhaltensexperimenten erfolgen. Ergänzend werden die Ergebnisse in Zusammenhang mit den Röntgenbildern in Bezug auf die Schädelprotuberanz gebracht.

 

Als Vergleichsrasse werden Zwerg-Holländer Haubenhühner untersucht. Diese Rasse kennzeichnet sich ebenfalls durch eine große Federhaube mit einer Schädelprotuberanz, allerdings ist bei dieser Rasse die Problematik einer wieder verschwindenden Protuberanz nicht bekannt. In die Projektplanung und Durchführung ist der Sonderverein der Züchter der Seidenhühner und Zwerg-Haubenhühner mit einbezogen, insbesondere der 1. Vorsitzende Herr Norbert Niemeyer. 


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Schlupfliste WGH
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Am 26.02.2020 schlüpften die Küken aus den, von den Züchtern zum WGH gebrachten, Eiern. In der nebenstehenden Datei kann exakt der Schlupf nachvollzogen werden.



30.12.2019

WGH und FLI Protuberanz

 

Am 02.12.2019 fuhren Andreas Brauckmann und ich (Norbert Niemeyer) zum Wissenschaftlichen Geflügelhof nach Rommerskirchen. Dort trafen wir uns mit Frau Dr. M. Fellmin und weiteren Wissenschaftlerinnen von FLI in Celle. Es wurde die Vorgehensweise für die Untersuchung der Protuberanzen bei den Zwerg-Paduanern besprochen. Es wurde festgelegt, das Ende Februar je 80 Bruteier der Farben Schwarz, chamois-weißgesäumt und gold-schwarzgesäumt von unserem SV an das FLI geliefert werden. Gleichzeitig werden bei G. Droste Appenzeller Zwerg-Spitzhauben und bei mir Zwerg Holländer-Haubenhühner je 20 Vergleichstiere gebrütet. Diese werden nach Anforderung durch das FLI diesem zur Verfügung gestellt. Da das FLI über ein CT Gerät verfügt, können die Tiere dort regelmäßig geröntgt werden, um so das Rätsel über das Verschwinden der Protuberanz zu lösen. Außerdem wird das Pickverhalten und das Sichtfenster unserer Rasse erforscht. Hierzu wird eine Doktorarbeit gefertigt. Leider hat ein Aufruf im letzten Rundschreiben, Bruteier zur Verfügung zu stellen, unverständlicherweise nicht den gewünschten Erfolg gebracht, und nur B. Ruholl, K. König und T. Niemeyer haben sich bereit erklärt Eier zu spenden.

Wir gebrauchen aber noch Bruteier von gesperberten, weißen und blauen Zwergpaduanern. Meldungen bitte bis zum 15.01.2020

 

Norbert Niemeyer

1. Vorsitzender



Der SV in Kooperation mit dem WGH


16.08.2019

Hoffest - 15 Jahre Wissenschaftlicher Geflügelhof (WGH) des BDRG

 

In diesem Jahr feierte der WGH seinen 15. Geburtstag. Im April 2004 wurde der WGH offiziell eröffnet, aus diesem Grund wurde der Tag der offenen Tür 2019 in den April vorverlegt. Die letzten Jahre fand der Tag der offenen Tür immer im August, zusammen mit dem ab diesem Jahr leider nicht mehr ausgerichteten „Rheinischen Tiertag“ im angrenzenden Landwirtschaftsmuseum, statt.

 

Bei frühsommerlichem Wetter durften wir insgesamt zahlreiche Besucher am WGH begrüßen. Um 11 Uhr wurde der Tag offiziell mit einem Sektempfang eröffnet. Nach der Begrüßung durch die wissenschaftliche Leiterin, Frau Dr. Mareike Fellmin, richteten sich die stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Rommerskirchen, Frau Ellen Klingbeil, der Kreisdezernent, Herr Karsten Mankowsky, und der BDRG Präsident, Herr Christoph Günzel, mit einem Grußwort an die Besucher. Alle stellten die Einmaligkeit und Wichtigkeit dieser Einrichtung in den Vordergrund.

 

Interessante Kurzvorträge aus 15 Jahren Forschung wurden über den gesamten Tag im Gelände angeboten. Zusätzlich konnten sich die Besucher am Stand des WGHs informieren. Erstmalig war auch JUWIRA, der Verein zur Förderung junger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in der Rassegeflügelforschung, mit einem eigenen Stand vertreten, welcher vom 2. Vorsitzenden, Herr Manfred Loick, besetzt wurde. Mifuma, neben Deuka einer der beiden Futtermittelsponsoren des WGHs, war ebenfalls mit einem Informationsstand dabei. In einer kleinen Rassegeflügelausstellung unter dem Titel „Fancy“ (übersetzt: schick oder extravagant) wurden den Besuchern sonst eher selten zu sehende, ganz besondere Rassen präsentiert: Zwerg-Seidenhühner in dem Farbenschlag gelb, Zwerg-Houdan in schwarz-weiß gescheckt, Zwerg-Creveceour in schwarz, Appenzeller Zwerg-Spitzhauben in silber-schwarz getupft und Zwerg-Holländer-Weißhauben in schwarz (Abbildung 1). Herr Franz Nuber führte durch die Ausstellung und beantwortete alle Fragen rund um diese fünf Rassen. Die Organisation der Ausstellung wurde von dem Sonderverein der Züchter der Seidenhühner und Zwerg-Haubenhühner übernommen. So organisierte der Sondervereinsvorsitzende, Herr Norbert Niemeyer, in kürzester Zeit genügend Züchter, die sich an der Ausstellung mit ihren Tieren beteiligen konnten und brachte die Tiere zum WGH. Damit nicht genug, wurden alle Tiere dem WGH anlässlich des Jubiläums als Geschenk überreicht. Wir bedanken uns herzlichst bei den Züchtern Norbert Niemeyer, Günter Droste und Josef und Andreas Brauckmann für das großzügige Geschenk.

 

Im Rahmen der Veranstaltung konnte ein weiteres Geschenk für den WGH eingeweiht werden (Abbildung 2). So hatte sich der WGH einen neuen Taubenturm mit der Besonderheit gewünscht, dass man durch eine Glasscheibe in die Nistzellen schauen kann. Dieser Taubenturm soll vor allen Dingen für die Kinderführungen genutzt werden, da die Glasscheibe einen Blick in die „Kinderstube“ der Taubenküken erlaubt. Die Anschaffung des Taubenturms war nur durch großzügige Spenden möglich. Neben Herrn Karl-Heinz Sollfrank, welcher den WGH schon mehrfach unterstützt hat, waren es die WGH-Mitarbeiter Fabian Paschmanns, Wilhelm Becker und Dr. Mareike Fellmin, die für den Taubenturm spendeten. Vielen Dank!

 

Neben Herrn Christoph Günzel war auch die Schatzmeisterin, Frau Hannelore Hellenthal, angereist. Wie im letzten Jahr ließ Frau Hellenthal es sich nicht nehmen, den Kuchenstand durch eine Kuchenspende zu unterstützen. Der Grill- und Getränkestand wurde auch in diesem Jahr wieder vom RGZV Korschenbroich betreut. Hier war das altbewährte Team, Vorsitzender Herr Heinz-Werner Metzer mit Frau Claudia Metzer und Herr Peter Zaun, vor Ort. Von der Stiftung für Geflügelwissenschaft reisten die Vorstandsmitglieder Herr Prof. Siegfried Becker und Herr Frank Schäfer, sowie der Beiratsvorsitzende Herr Alfred-Karl Walter an, welcher auch der Vorsitzende des Landesverband Hannoverscher Rassegeflügelzüchter e.V. ist.

 

Am fortgeschrittenen Nachmittag besuchte überraschend der Landrat, Herr Hans-Jürgen Petrauschke, die Veranstaltung. Trotz bereits vollem Terminkalender für diesen Tag ließ er es sich nicht nehmen, zum Jubiläum persönlich zu gratulieren. Im Rahmen seines Besuches leistete er eine letzte, noch fehlende Unterschrift auf dem Kooperationsvertrag zwischen dem BDRG, dem WGH, der Stiftung für Geflügelwissenschaft, dem Rhein-Kreis Neuss und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Die Verlängerung des bereits seit 2013 bestehenden Kooperationsvertrages stärkt insbesondere die wissenschaftliche Forschung am WGH (Abbildung 3). Durch die Hochschulanbindung an die Universität Bonn können am WGH Abschlussarbeiten vor allem im Bereich Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Tierwissenschaften angefertigt werden. Prinzipiell steht der WGH aber jedem offen, der sich im Rahmen der wissenschaftlichen Forschung mit Rassegeflügel beschäftigen möchte. Bindend hierbei ist jedoch immer die Verantwortung gegenüber den Tieren. Daher werden invasive Tierversuche am WGH strikt abgelehnt.

 

Auch wenn wir uns einige Besucher mehr gewünscht hätten, war es für uns eine gelungene Veranstaltung. Wir hoffen, Sie im nächsten Jahr wieder zahlreich bei uns begrüßen zu können. Im kommenden Jahr soll unser Tag der offenen Tür am Samstag, den 9. Mai 2020, stattfinden. Bitte merken Sie sich diesen Termin schon jetzt vor. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und/oder persönliches Kennenlernen!

Abbildung 1: In kleinen dekorativen Gehegen wurden die fünf Rassen der „Fancy-Ausstellung“ präsentiert.

Abbildung 2: Der neue Taubenturm wird von Wilhelm Becker, Christoph Günzel, Fabian Paschmanns und Dr. Mareike Fellmin (v.l.) eingeweiht.



08.04.2019

Der Sonderverein beim Wissenschaftlichen Geflügelhof

 

Vor 15 Jahren, im April 2004, wurde der Wissenschaftliche Geflügelhof des BDRG und sein Bruno-Dürigen-Institut offiziell eröffnet. (www. wissenschaftlicher-gefluegelhof.de)

 

Der Sonderverein der Züchter der Seidenhühner und Zwerg-Haubenhühner wurde von der Leiterin des WGH, Frau Dr. Fellmin gefragt, ob er zum 15. Geburtstag nicht einige Vertreter der vom SV betreuten Rassen für eine Sonderpräsentation “Fancy Fowl“ zur Betrachtung stellen könne.

 

“Fancy Fowl“, übersetzt „Schickes Geflügel“, da musste man uns zwingend fragen, und so wurde dieses natürlich zugesagt. Am 05.04.2019 überbrachte der erste Vorsitzende, Norbert Niemeyer, 5 Stämme Zwerghühner.

 

Zwerg-Seidenhühner von Josef Brauckmann

Zwerg-Houdan von Andreas Brauckmann

Zwerg-Crèvecœur von Andreas Brauckmann

Appenzeller Zwerg-Spitzhauben von Günter Droste und

Zwerg-Holländer Haubenhühner von Norbert Niemeyer

 

Die Stämme werden in Kleinvolieren des WGH präsentiert.

Die Leiterin des WGH zeigte sich hoch erfreut über die erstklassigen Rassevertreter mit den geforderten Rassemerkmalen. Die Züchter der Stämme stellten die Tiere dem WGH kostenlos zur weiteren Verwendung zur Verfügung, auch ein evtl. Verkaufsgeld verbleibt als Spende beim WGH. Bis nach Ostern sind die Tiere dort noch zu bewundern.